Was verantwortungsvolles Spielen bedeutet
Der erste Schritt zu verantwortungsvollem Spielen besteht darin, Glücksspiel als eine Freizeitausgabe unter vielen zu betrachten, vergleichbar mit einem Kinoabend oder einem Restaurantbesuch, für den man vorab eine feste Summe einplant. Setze also nur so viel ein, wie du zur Not verschmerzen kannst, und rechne niemals fest mit Gewinnen, um davon deine Rechnungen zu begleichen. Der Hausvorteil sorgt nämlich dafür, dass langfristig stets der Anbieter vorn liegt und nicht der Spieler. Das ist kein Konstruktionsfehler, sondern schlicht das Fundament, auf dem die gesamte Branche steht. Wer sich dessen von Beginn an bewusst ist, spielt entspannter und verliert den Überblick nicht.
Hilfsmittel für mehr Kontrolle
Auch da, wo die deutschen Regeln nicht anwendbar sind, halten seriöse Plattformen eine ganze Reihe von Schutzfunktionen für dich bereit. In der Regel entdeckst du sie unmittelbar in deinem Konto im Bereich „Verantwortungsvolles Spielen” oder „Limits”. Bedauerlich ist bloß, dass sie so wenig zum Einsatz kommen, denn kaum etwas verwandelt einen guten Vorsatz zuverlässiger in eine feste, verbindliche Grenze.
Limits für Einzahlung, Einsatz und Verlust
Es liegt an dir, welche Obergrenze du täglich, wöchentlich oder monatlich für Einzahlungen, Einsätze oder Verluste ziehst. Am meisten bringt ein solches Limit dann, wenn du es bei klarem Verstand setzt, also nicht währenddessen und erst recht nicht direkt im Anschluss an eine Verluststrecke. Denk zudem daran, dass seriöse Anbieter eine Erhöhung des Limits erst nach einer Karenzzeit greifen lassen, während eine Absenkung sofort wirkt.
Sitzungslimits, Spielpausen und Realitätschecks
Ein Sitzungslimit bestimmt, wie lange eine einzige Spielrunde ohne Unterbrechung laufen darf, und in regelmäßigen Abständen halten dir Realitätschecks vor Augen, wie viel Zeit schon vergangen ist und wo deine Bilanz gerade steht. In beiden Fällen wirst du kurz aus dem Spielgeschehen herausgeholt und bekommst so den Moment, dich bewusst für ein Weiterspielen oder ein Aufhören zu entscheiden. Ergänzend verhindern kleine, fest eingeplante Pausen, dass sich eine Stunde unbemerkt zum halben Abend ausdehnt.
Selbstausschluss und OASIS
Reicht eine bloße Auszeit nicht mehr aus, hast du die Möglichkeit, dich selbst zu sperren, wahlweise für eine bestimmte Dauer oder ganz ohne festen Endpunkt. Hierzulande wird das über die zentrale Sperrdatei OASIS abgewickelt. Ist dort ein Ausschluss hinterlegt, wirkt er über alle Anbieter hinweg und umfasst sämtliche in Deutschland lizenzierten Casinos und Wettanbieter. Anbieter mit ausländischer Lizenz hängen zwar nicht an OASIS, halten aber eigene Werkzeuge für den Selbstausschluss bereit, die du jederzeit aktivieren kannst.
Warnzeichen für problematisches Spielverhalten
Nur selten bricht eine Spielsucht schlagartig aus, viel häufiger schleicht sie sich langsam und beinahe unbemerkt heran. Gerade deshalb lohnt es sich, das eigene Verhalten hin und wieder ehrlich auf den Prüfstand zu stellen. Aufmerksam werden solltest du, sobald du verlorenem Geld nachjagst, um es zurückzugewinnen, sobald du immer höher setzen musst, damit der vertraute Nervenkitzel überhaupt noch aufkommt, oder sobald du mit geliehenem Geld spielst. Genauso alarmierend ist es, wenn du dein Spielen vor Familie und Freunden verheimlichst, wenn Job, Hobbys und Beziehungen darunter leiden oder wenn dich Tage ohne Spiel nervös und reizbar werden lassen.
Erkennst du dich gleich in mehreren dieser Punkte wieder, brauchst du dich dafür nicht zu schämen, es ist aber ein guter Moment, um kurz innezuhalten. An erster Stelle steht immer eine ehrliche Selbsteinschätzung, und bei dieser unterstützen dich sowohl anonyme Online-Tests als auch Beratungsstellen, die dir dabei zur Seite stehen, deine Situation offen zu bewerten.
Tipps von Spielen.works für einen gesunden Umgang
Ein paar simple Grundregeln reichen aus, damit das Spielen ein Vergnügen bleibt. Setze dir noch vor dem ersten Einsatz ein klares Budget und bleibe eisern dabei, selbst an einem Tag, an dem einfach gar nichts gelingen will. Spiele niemals, um Geldsorgen zu vertreiben, und verzichte darauf, wenn Alkohol, Frust oder Stress mitmischen. Betrachte Verluste als Preis für die Unterhaltung und nicht als Betrag, den du unbedingt zurückgewinnen musst, und nimm dir immer wieder ganz gezielt eine Pause. Halte dir zuletzt stets vor Augen, dass Glücksspiel in deinem Leben höchstens eine Nebenrolle spielen und nie ins Zentrum rücken darf.
Hilfsangebote und Beratung in Deutschland
Spürst du, dass dir die Kontrolle nach und nach aus der Hand gleitet, dann sei dir sicher: Mit dieser Erfahrung stehst du keineswegs allein da, und wer um Hilfe bittet, beweist damit Stärke und nicht Schwäche. In Deutschland gibt es dafür ein dichtes Netz an Angeboten, die nichts kosten, vertraulich behandelt werden und auf Wunsch anonym bleiben:
- Hilfetelefon Glücksspielsucht: kostenfrei und anonym unter 0800 1 372 700 zu erreichen und deine erste Adresse für sämtliche Fragen rund ums Glücksspiel.
- BZgA-Beratung zur Glücksspielsucht: Infos, Selbsttests und ein Beratungsangebot der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, das du unter bzga-spielsucht.de findest.
- Check dein Spiel: ein anonymer Online-Check deines Spielverhaltens mitsamt Ausstiegsprogramm der BZgA, erreichbar auf check-dein-spiel.de.
- Beratungsstellen der Bundesregierung: einen Überblick über regionale Anlaufstellen bekommst du bei der oder dem Bundesbeauftragten für Suchtfragen.
An diese Stellen dürfen sich ebenso Menschen wenden, die sich um einen Angehörigen oder eine Freundin sorgen. Ein solches Problem muss niemand im Alleingang bewältigen.
Der Schutz von Minderjährigen
Am Glücksspiel dürfen nur volljährige Personen ab 18 Jahren teilnehmen. Deshalb prüfen seriöse Anbieter das Alter ihrer Nutzer, doch auch du als Erwachsener trägst die Verantwortung dafür, Minderjährige von deinem Spielerkonto fernzuhalten. Dabei helfen dir technische Mittel wie Jugendschutzfilter und kindersicher konfigurierte Geräte, beispielsweise über Programme wie JusProg, die den Nachwuchs verlässlich außen vor lassen.
